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„Ghostbusters: Afterlife“: Neuer Trailer, frische Bilder und alles, was ihr wissen müsst

Das Warten hat ein Ende: Nun ist der Trailer zum dritten „Ghostbusters“-Auftritt von Bill Murray und co. endlich erschienen. Die Filmvorschau verrät nicht nur neue Details zur Story, sondern bietet auch allerlei Anspielungen. Solltet ihr etwas übersehen haben, findet ihr hier alles, was uns der Trailer verrät und außerdem eine kleine Retrospektive zum Film selbst.

Ein gewaltiges Tauziehen

Nach 30 Jahren ist es soweit: Der dritte Teil der „Ghostbusters“-Reihe steht in den Startlöchern. 1989 erschien mit „Ghostbusters II“ der vorerst letzte Film-Auftritt von Dr. Peter Venkman und seinen exzentrischen Geisterjäger-Kollegen. Danach war es lange Zeit sehr still um die Reihe geworden. Dan Aykroyd versuchte sich in den folgenden Jahrzehnten mehrfach daran, „Ghostbusters 3“ auf die Beine zu stellen. Seine Drehbuchideen reichten dabei von einem Endzeit-Szenario bis hin zu einem Konzept, dass die Geisterjäger direkt in die Hölle geschickt hätte. Das Projekt war mehrfach kurz davor, grünes Licht zu bekommen, doch immer stand Bill Murray im Weg. Dem stinkte das Ganze offensichtlich. Er schredderte Drehbücher oder beförderte diese gleich ungelesen in den Müll. Mehrfach erteilte er seine Zusage, nur, um dem Projekt dann doch wieder den Rücken zu kehren. Vom Blockbuster-Kino hatte der Mann, der mittlerweile anspruchsvollere Filme macht, lange Zeit genug.

Im Jahr 2009 erschien dann immerhin ein Quasi-Sequel in Form von „Ghostbusters: The Video Game“. In diesem Titel schlüpfte der Spieler in die Rolle eines namenlosen Azubis der Geisterjäger und durfte Seite an Seite mit ihnen kämpfen. Mit dabei waren die Orignal-Schauspieler, welche in der deutschen Version auch von den bekannten Synchronsprechern vertont wurden. Selbst Bill Murray verkörperte im O-Ton und per Motion Capturing seine Paraderolle. Die Wogen schienen geglättet. Ein dritter Film lag allerdings noch in weiter Ferne, denn auf den hatte Murray wieder so gar keine Lust.

Verkürzte die lange Wartezeit: „Ghostbusters: The Video Game“ galt als gelungenes Trostpflaster (Quelle: Atari)

2016 kam dann das Reboot der Filmreihe und spaltete die Fanbase. Die vier beliebten Hauptdarsteller wurden durch ein neues, weibliches Team ersetzt. Das resultierte in einem gewaltigen Shitstorm, hofften doch viele auf ein Wiedersehen mit Aykroyd und den Kollegen. Letztendlich sah man die Originaltruppe nur in Gastautritten und Murray durfte die Rolle spielen, die er ohnehin seit Jahrzehnten innehatte: den Saboteur. Das Reboot selbst hatte an den Kinokassen nur wenig Erfolg, weshalb die Zukunft des Franchises düster aussah. Alle Pläne für eine Fortsetzung und Spin-offs wurden eingestampft. Bis im Januar 2019 Jason Reitman, Sohn des Original-Regisseurs Ivan Reitman, die Bühne betrat und den dritten Teil als sein Baby ankündigte. Und nun, 30 Jahre nach „Ghostbusters II“, hat das Warten auf einen dritten Film endlich ein Ende.

Der Trailer zu „Ghostbusters: Afterlife“ ist Online.

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Trailer (englisch)

 

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Trailer (deutsch)

Diese Plot-Details stecken im Trailer

Der über 2 Minuten lange Trailer verrät den Fans endlich, was sie inhaltlich konkret zu erwarten haben: Die Geschichte handelt von der alleinerziehenden Mutter Callie (Carrie Coon), die ein abgelegenes Haus in Oklahama von ihrem unbekannten Vater geerbt hat. Ihre beiden Kinder Trevor (Finn Wolfhard) und Phoebe (Mckenna Grace) entdecken dabei in der Scheune des Grundstücks den verwaisten Dienstwagen der Geisterjäger, Ecto-1. Während die Kleinstadt in ungewöhnlichem Maße von seismischen Aktivitäten und angeblichen Geistererscheinungen erschüttert wird, experimentieren die Kids nicht nur mit allerlei Spielzeugen der Ghostbusters herum, sondern decken auch das Geheimnis um ihren verstorbenen Großvater auf: Egon Spengler…

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So clever wie ihr Großvater: Egons Enkelin Phoebe entdeckt ihre Wurzeln (Quelle: Trailer / Sony)

Wer den Trailer gesehen hat, erkennt ganz klar den „Stranger Things“-Ansatz, der hier verfolgt wurde. Keine schlechte Idee, versteht sich die Netflix-Serie doch als Hommage an geliebte Filme der 80er wie „Ghostbusters“ oder „E.T. – Der Außerirdische“. Das Experiment kann also funktionieren, weil man hier sowohl eine junge Zielgruppe als auch die alten Fans gleichermaßen bedient. Extrem ungewöhnlich hingegen ist das Fehlen der geliebten Figuren im Trailer, auf die jeder gewartet hat. Die Geisterjäger selbst treten nämlich noch nicht direkt in Erscheinung. Damit hält Sony an dem Konzept fest, die Spannung beinhart aufrechtzuerhalten. Fies! Warum der deutsche Verleih die Entscheidung traf, den Titel in „Ghostbusters: Legacy“ zu ändern, bleibt allerdings ein völliges Mysterium. Erwähnenswert ist noch der Unterschied zwischen dem deutschen und dem englischen Trailer, denn beide weisen abweichende Laufzeiten und alternative Szenen auf. Die englische Fassung bietet einige Momente, die sich um unerklärliche Erdbeben in der Kleinstadt drehen. Diese Szenen fehlen in der dt. Fassung völlig. Dafür wartet der deutsche Trailer am Ende mit einer Szene auf, die in der O-Ton-Fassung gänzlich fehlt: Die Kinder experimentieren mit der Ecto-Brille der Ghostbusters. Es lohnt sich also, beide Trailer anzuschauen.

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„Who you gonna call?“: Die Ghostbusters sind im Trailer noch nicht zu erreichen (Quelle: Trailer / Sony)

Voller geistreicher Anspielungen

Im Trailer sind natürlich einige Eastereggs und Verweise versteckt. So findet sich im Keller des Grundstücks Egons geliebte Kollektion an Sporen, Grünspan und Schimmelpilzen wieder. Ebenso sehen wir einige Gadgets der Geisterjäger in Aktion, allen voran natürlich das berühmte P.K.E.-Meter. Egons Enkeltochter rutscht zudem an einer Stange herunter, wie es Spengler und co. in der New Yorker Geisterjäger-Zentrale vormachten. Wer im englischen Trailer aufmerksam hinsieht, erkennt im Haus auch eine symmetrische Buchstapelung, genau wie bei der Philadelphia-Materie-Turbulenz, 1947. Auch musikalisch werden die ersten beiden Filme direkt zitiert, was wohlige Stimmung erzeugt. Venkmans berühmtes Zitat: „Nenne es Schicksal, nenne es Glück, nenne es Kharma… Ich glaube daran, dass alles aus vorbestimmten Gründen geschieht.“ ist dazu in abgewandelter Version im Hintergrund zu hören. An Anspielungen mangelt es dem Trailer wahrlich nicht. So entsteht ein sehr liebevoller und nostalgischer Eindruck. Der Fanbase gefällt’s: Innerhalb von nur zwei Stunden konnte der Trailer bereits rund 500.000 Aufrufe auf YouTube verzeichnen, erntete dabei unzählige Likes. Wer sich an das Trailer-Debakel (1,1 Mio. Dislikes) des 2016er Reboots erinnert, dürfte aufatmen. Die Kurskorrektur scheint aufzugehen.

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„Ich sammle Sporen, Grünspan und Schimmelpilze.“: Egon hat bis zuletzt an seiner Leidenschaft festgehalten (Quelle: Trailer / Sony)

Wenn der Trailer eins geschafft hat, dann Neugierde zu erwecken. Wird es der Film schaffen, den Spagat zwischen Retro und Moderne zu meistern? Die Rezeptur jedenfalls sieht stimmig aus, auch das Feeling überzeugt. Durch die Trailer-Abwesenheit der Ur-Schauspieler wird die Spannungsschraube jedoch spürbar angezogen. Das dürfte manchen Fan enttäuschen, aber seien wir ehrlich: Wer möchte nicht wissen, was da genau auf uns zukommt und wie sich das in den Kanon einfügen wird? Um das herauszufinden, müssen wir nur geduldig auf einen weiteren Trailer und neue Infos warten.

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Darf natürlich nicht fehlen: Ecto-1 im „Ghostbusters: Afterlife“-Trailer

Titel: „Ghostbusters: Afterlife“
Dt. Titel: „Ghostbusters: Legacy“
Cast: Carrie Coon, McKenna Grace, Finn Wolfhard, Bill Murray, Dan Aykroyd, Ernie Hudson
Produktionsjahr: 2019
Produktionsland: USA
Altersfreigabe: ausstehend
Kinostart: 13. August 2020 (Deutschland)

Neue Infos zu „Ghostbusters: Afterlife“ gibt es auch künftig immer auf CineMediaTech. Schaut auch in die anderen Ghostbusters-Artikel rein.

Autor: Sebastian Narkus
Bild- und Videomaterial: Sony Pictures Entertainment


Galerie

 

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