Thrustmaster T150 Wheel Lenkrad
TechCheck, [Produkttest]

Thrustmaster T150 Test: Die Lenkrad-Referenz für unter 150€?

Einrichtung

Das Thrustmaster T150 kann sowohl am PC als auch an der PlayStation 3 und PlayStation 4 angeschlossen werden. In diesem Test wird die Einrichtung am PC nähergebracht.

Die Befestigung am Tisch geht mit der Stellschraube recht zuverlässig, aber zunächst auch ein wenig fummelig. Man sollte besser aufpassen, dass man das Gewinde nicht überdreht. Anschließen muss man sowohl ein Stromkabel, eine USB-Verbindung zum PC als auch ein Verbindungskabel von Lenkrad zum Gaspedal anschließen. Letzteres sieht aus wie ein gutes altes Telefonkabel. Um das Lenkrad am PC zu verwenden, muss der Schalter am Lenkrad selbst auf „PS3“ gestellt sein. Das von Thrustmaster angebotene Treiberprogramm ließ sich einfach und schnell unter Windows 10 installieren. Danach musste ein Firmware-Update des Lenkrads durchgeführt werden. Über den Monitor wird man Schritt für Schritt und ordentlich instruiert, sodass am Ende die Einrichtung mühelos voran ging. Eine Bedienungsanleitung ist in der ganzen Angelegenheit also nicht notwendig.

Über den Treiber lassen sich recht viele Dinge einstellen, so z. B. sich eigene Profile einrichten, die Stärke des Force Feedbacks oder gar der Lenkradeinschlag einstellen. Je nach Bedarf kann dieser von 270° bis 1080° eingestellt werden. Auch das recht beliebte Setting 900° ist möglich. Somit ist man sowohl für Arcade-Racer als auch Simulationen bestens gewappnet.

Das Gameplay: Durchgeschüttelt und ausgebremst

Getestet wurde das Thrustmaster T150 in den Titeln Forza Horizon 4, Euro Truck Simulator 2 und American Truck Simulator. Sehr angenehm fiel auf, dass das Lenkrad in allen Spielen sofort und mit korrektem Namen erkannt wurde. XInput macht’s möglich. Lediglich die Belegung und Settings mussten noch nach dem eigenen Geschmack angepasst werden.

In Aktion fallen zunächst die Pedale negativ auf. Zwar ist das Gaspedal angenehm zu bedienen, die Bremse jedoch ist viel zu schwergängig. Tatsächlich wird so viel Kraft erfordert, dass das gesamte Pedalset vom Boden abhebt. Leider ist einfach nicht genug Grip da, um das Pedalset auf der Erde zu halten. Die Pedale sollten also irgendwie fixiert werden. Getestet wurde sowohl auf Parkett als auch Teppichboden. Es dauert, bis man einen entsprechenden Winkel und die richtige Distanz gefunden hat, bis man die Pedale mit den Füßen halbwegs vernünftig bedienen kann. Das ist ein grober Schnitzer, der am Ende negativ in die Bewertung einfließt.

Viel besser fällt das Rennerlebnis beim Schalten aus: Die Schaltwippen sind aus echtem Metall gefertigt und bestätigen jede Bedienung mit einem satten und befriedigendem Klicken. Ein schnelles und vor allem problemloses Schalten ist hier mühelos möglich. Da kommt Freude auf! Beim Force Feedback gibt es wiederum Grund zur Kritik, auch, wenn man zufrieden sein kann, dieses Feature in dieser Preisklasse überhaupt zu bekommen. Oftmals ist nämlich bei gewöhnlichen Lenkrädern nur eine einfache Vibration verbaut, hier hingegen echtes Force Feedback. Besonders überzeugt das Lenkrad hier beim Gegensteuern und der Simulation der Kraft. So hat man schon gut zu tun, gegenzulenken, wenn der Wagen aubricht. In Kurven und bei leichtem Lenkradeinschlag macht das Force Feedback insgesamt den besten Eindruck. Hier ist jeder Straßenbelag, jeder Bordstein und jeder Kieselweg zu spüren. Dennoch könnte das Ganze noch akzentuierter ausfallen. Der uralte Klassiker, das Driving Force von Logitech, fällt hier detaillierter und kraftvoller aus. Wer den Motor eines LKW im Euro Truck Simulator startet und mal vergleicht, dem fällt sofort auf, wie schwammig das Force Feedback hier dann doch ausfällt.

Forza Horizon 4 Gravel Kiesel Schotter Rally
Dank des Force Feedbacks wird jeder Untergrund spürbar – die Effekte könnten allerdings nuancierter sein.

Riecht, wackelt und braucht Luft

Leider hört man das „Getriebe“, damit sind die Zahnräder und der Motor gemeint, die für die Force -Feedback-Effekte sorgen, beim Spielen sehr deutlich und das Lenkrad fängt nach einiger Zeit an, unangenehm zu riechen. Im Innern arbeitet ein Lüfter dafür, dass die warme Luft nach draußen befördert wird und das ist deutlich wahrnehmbar. Natürlich ist es wichtig, dass die warme Luft aus dem Gerät geblasen wird, dennoch macht sich so schnell dicke Luft im Zimmer breit. Es riecht nach Plastik. Etwas warm wird das Lenkrad trotz Kühlung dennoch, jedenfalls das Gehäuse unterhalb des Radkranzes, in dem die ganze Technik verbaut ist. Wirklich heißt ist das Ganze im Test jedoch nie geworden, auch nicht nach mehrstündigen Sessions.

Traurigerweise muss auch beim Lenken selbst mit ein paar Abstrichen gelebt werden. So gibt es genau in Mittelstellung des Lenkrads eine merkwürdige Deadzone, in der Vibrationen und Force Feedback nicht übertragen werden. Das macht sich vor allem in Spielen bemerkbar, in denen man längere Zeit auf Geraden unterwegs ist, wie z. B. beim American Truck Simulator. Während also in jeder Kurve die Vibration der Motoren gut und deutlich zu spüren ist, hat man in Mittelstellung das Gefühl, der Wagen würde sich überhaupt nicht bewegen. Der Bereich, in dem keine Vibration übertragen wird, ist zwar klein, da dieser aber genau in der Mittelstellung liegt, ist das deutlich und oft zu spüren.

Insgesamt ist das Force Feedback hier eine nette Sache, aber in Anbetracht des Preises darf man im Grunde nur die absoluten Basics erwarten. Wer mehr Kraft und mehr Details möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

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