Shiftphone 6mq Display
Gastartikel, TechCheck, [Produkttest]

Shiftphone 6mq Test: Modulares Smartphone unter die Lupe genommen

Der Bildschirm

Das AMOLED-Display aus Gorilla Glas mißt sechs Zoll und bietet eine Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln (Full HD+) im Seitenverhältnis von 18:9. Es bietet gute, kontrastreiche Farben einen hervorragenden, reinen Schwarzwert und ist gleichzeitig hell genug, um auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut lesbar zu bleiben.

Shiftphone 6mq Bildschirm Screen

Leider ist aber der Betrachtungswinkel nicht sonderlich stabil. Die Darstellung bleibt zwar stets gestochen scharf, jedoch neigt der Bildschirm schnell zu einem leichten Blaustich, sobald dieser gekippt wird. Dies fiel im Test vor allem bei hellen, speziell bei weißen Darstellungsfarben auf. Die Schwarzwerte sind hingegen nicht betroffen. In einigen Fällen kam es im Test, bei der Darstellung von bestimmten Grautönen, leider zu einem äußerst unschönen „Flackern“ (fehlerhafte, dauernd wechselnde Farbdarstellung des Grauwertes) in den entsprechenden Bereichen auf dem Bildschirm. Auch wurden bei der Darstellung deutlich sichtbare teils verwaschene, teils „pixelartige“ Übergänge von grau zu schwarz sichtbar. Dies ist womöglich auf ein Grafiktreiber-Problem von Android 10, das in Kombination dem verbauten Prozessor auftreten soll, zurückzuführen.

Jedenfalls könnte die langandauernde Verifizierungsphase des Shiftphones bei Google (wegen eines Grafik-Treibers) ein Hinweis darauf sein. Möglicherweise handelt es sich hierbei aber auch bloß um einen falsch eingestellten Gamma-Wert, der mittels Update seitens Shift behoben werden kann. Gesichert ist dies zum Zeitpunkt dieses Tests jedoch nicht.

In jedem Fall schmälern die Probleme mit dem Display bzw. der Darstellung den Gesamteindruck deutlich und sind für ein Gerät in dieser Preisklasse mehr als unwürdig.

Die Kameras

Die beiden verbauten Hauptkameras lösen mit 24 MP (Samsung-Sensor) und 16 MP (Sony-Sensor) auf und ermöglichen selbstverständlich auch 4K-Videoaufnahmen. Die Frontkamera verfügt mit 13 MP über etwas weniger Pixel-Power. Leider machten die Kameras des Gerätes im Test ebenfalls keine allzu gute Figur. Dies lag aber vor allem an der eher als rudimentär einzustufenden Kamera-App. Die Einstellungsmöglichkeiten für schnelle Aufnahmen beschränken sich auf einen„HDR“-Modus, „Low light“-Modus, einen OR-Leser und einem „Pro-Modus“. Lediglich der Pro-Modus bietet weitere Einstellungsmöglichkeiten wie die Anpassung der Helligkeit und Lichtverhältnisse, manueller Fokus und manuelle ISO-Werte (nicht stufenlos). Das war dann leider schon alles. Zu weiteren Einstellungen wie Bildformat und -größe etc. gelangt man nur umständlich über ein zusätzliches Untermenü.

Immer wieder kam es im Test zu Problemen mit dem Autofokus, teilweise sogar bei guten Lichtverhältnissen. Zudem wurden die Fotos – in der Vorschau noch klar und deutlich fokussiert – nach dem Betätigen des Auslösers, in der Kamera-/Galerie-App, oft unscharf oder gar verwaschen dargestellt. Dies gilt allerdings nur für die Darstellung der Bilder auf dem Smartphone und nicht für die gespeicherten Bilddateien selbst. Diese können durchaus brauchbar sein. So kann man seine „mißlungenen“ Fotos letztendlich nur erkennen und aussortieren, nachdem man sie auf den PC übertragen hat. Eventuell kann hier auch eine alternative Bildbetrachtungs-App weiterhelfen. Äußerst umständlich.

Anders sieht es bei wirklich schlechten Lichtverhältnissen aus. Hier liefert die Kamera(-App) fast regelmäßig unbrauchbare Resultate. Bei fortgeschrittener Dämmerung, dezenter Zimmerbeleuchtung oder gar bei Dunkelheit mit Blitz. Die Bilder neigen stark zum Rauschen, leiden unter extremer Detailarmut und gar falsch dargestellten Farben. Was die softwarebasierten Mankos der Kamera angeht, so kann man sich ein wenig Abhilfe mit einer alternativen Kamera-App wie der „Open Camera“ verschaffen.

In einigen Situationen reagierten der Auslöser sowie der Blitz zusätzlich verzögert, und in einem Fall reagierte die Kamera gar nicht mehr auf Eingaben. Erst nach zweimaligem Neustart des Gerätes lief alles wieder wie vorher. Dieses Problem trat vor allem beim Betätigen des Auslösers auf, während der maximale Zoom (8-fach) verwendet wurde.

Die Kamera(-App) des Shiftphones, konnte an dieser Stelle nicht überzeugen und hat hier definitiv für eine Enttäuschung gesorgt.

Selbst mit einem alten Nokia Lumia 1520 aus dem Jahre 2013, das damals mit 799 Euro preislich auf etwa dem gleichen Niveau wie das Shift 6mq lag, lassen sich in vielen Fällen heute noch qualitativ nahezu gleichwertige Fotos anfertigen.

Die Kamera-App ist demnach der offensichtlichste Schwachpunkt des 6mq und einem als „High-End“-Gerät beworbenen Smartphones in keiner Weise würdig. Die Qualität der Bilder kann bei schwierigen Lichtverhältnissen lediglich im unteren Mittelfeld angesiedelt werden. Der folgende kleine Vergleichstest der beiden Gerätekameras soll hier einen Eindruck vermitteln:

Vergleichstest Shift vs. Lumia

Lumia

Shift

Laden und Akku

Der wechselbare Akku des Shift 6mq faßt 3850 mAh und konnte im Test einen intensiveren Arbeitstag mit eingeschaltetem WLAN, Bluetooth sowie Ortung problemlos überstehen. Dank Power-IQ-/Quickcharge-Unterstützung (QC 4.0 Support/PD 3) konnte dieser innerhalb von rund 140 Minuten von Null auf 100% geladen.

Geladen wird das Shiftphone über das mitgelieferte, hochwertig anmutende USB-Kabel vom Typ C (USB 3.0) mit eigenem Shift-Label. Mit 70 cm Länge ist das Kabel zwar nicht übermäßig lang, sollte aber für die meisten Anwendungsszenarien ausreichend bemessen sein.

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