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Empire Gaming WarCry Test: Wireless Headset für wenig Asche

Kabellose Gaming-Headsets müssen nicht teuer sein. Bereits ab 50 Euro können sich interessierte Spieler vom Kabelwirrwarr befreien. Einen Vertreter aus diesem Preissegment schauen wir uns im Test etwas genauer an.

Ersteindruck & Verarbeitung

Nachdem das WarCry von Empire Gaming ausgepackt wurde, offenbart sich ein dem Preis angemessener Ersteindruck. Das Headset wirkt leicht, hat viel Kunststoff verbaut und mutet nicht unbedingt hochwertig an. Dafür sieht es wenigstens optisch nett aus. Mehr gibt es in dieser Hinsicht nicht zu erwähnen. Ein kabelloses Gaming-Headset für rund 59 Euro ist eben genau so verarbeitet wie ein verkabeltes für deutlich weniger Geld. Man zahlt letztlich für die Bequemlichkeit des kabellosen Betriebs drauf, nicht aber für die Verarbeitungs- oder Klangqualität.

Zum Lieferumfang gehört neben dem Headset selbst auch noch ein recht langes Klinkenkabel, ein USB-Typ-C-Ladekabel, ein USB-Empfänger sowie eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen. Laut Anleitung lässt sich das Headset kabellos an PC, Nintendo Switch und PlayStation 4 betreiben. An der XBox One scheint nur der Betrieb über das beigelegte Kabel möglich zu sein.

Empire Gaming WarCry Headband Headset
Trotz der mittelmäßigen Verarbeitung präsentiert sich das Headset in einem recht stilvollen Gaming-Look (Quelle: Empire Gaming)

Tragekomfort & Features

Aufgrund des verarbeiteten Kunststoffs sitzt das Headset sehr leicht und daher angenehm auf dem Kopf. Nackenschmerzen sind hier also nicht zu erwarten. Die Ohrpolster sind aus Memory-Schaum gefertigt und mit schwarzem Kunstleder überzogen. Der Druck auf die Ohren ist in den Anfangsstunden ein wenig stark, ohne dabei aber schmerzhaft zu wirken. Davon profitiert letztlich die Abschirmung, denn Außengeräusche sind dadurch deutlich gedämpft. Mit der Zeit tut der Memoryschaum seinen Dienst und die Ohrmuscheln liegen bequemer an.

Die Verbindung wird mittels eines USB-Adapters hergestellt, welcher über den Wireless-Standard 2,4 GHz arbeitet. Wird die Verbindung zum USB-Empfänger unterbrochen oder ist diese nicht hergestellt, blinkt das Headset entsprechend. Die rote LED-Beleuchtung sieht insgesamt zwar nett aus, lässt sich allerdings nicht deaktivieren und leuchtet im normalen Betrieb dauerhaft. Die Möglichkeit, diese abzuschalten, wäre zur Maximierung der Akkulaufzeit wünschenswert gewesen. Der interne Akku wartet mit 900 mAh Stunden auf und soll 10-12 Stunden Betrieb ermöglichen. Im Test stellten sich rund zehn Stunden als realistisch heraus. Vor dem ersten Einsatz soll das Headset 10 Stunden aufgeladen werden, um den Akku und dessen Kapazität zu kalibrieren. Danach kann das Headset regulär in 3-4 Stunden geladen werden, sobald der Saft ausgeht. Bevor sich der Akkustand dem Ende nähert, piept das Headset deutlich. Danach kann man das WarCry entweder über einen Netzadapter an der Steckdose, mittels USB am PC oder über eine Powerbank aufladen.

An der Unterseite der Ohrmuscheln befinden sich diverse Bedienelemente. Neben der Möglichkeit, das Headset ein- und auszuschalten, lässt sich auch das Mikrofon auf Knopfdruck stummschalten. Das sehr billig verarbeite Lautstärkerad, das eher eine Wippe ist, lässt sich zusätzlich reindrücken. Dadurch kann Musik im Hintergrund wiedergegeben oder pausiert werden. Ansonsten runden ein USB-Typ-C-Port sowie der Klinkenanschluss die recht gute Anbindung des Headsets ab.

Empire Gaming WarCry Headset Buttons Features
Gute Bedienbarkeit: An der Unterseite gibt es diverse Buttons und Schnittstellen (Quelle: Empire Gaming)

Ohne Equalizer geht nichts

Klanglich überzeugt das Headset nach dem Auspacken und im ersten Testdurchgang nicht wirklich. Der Ton wirkt verhangen, matschig und nicht hoch aufgelöst. Die Bässe erscheinen schwammig und wenig definiert. Doch mit etwas Feintuning kann man durchaus einen brauchbaren Klang aus dem WarCry herauskitzeln. Dazu bedarf es der Equalizer-Software APO oder eines ähnlichen Programms. Hier sollten nun die Mitten abgesenkt, die Höhen und Tiefen angehoben werde. Wem der Begriff „Badewanne“ im Bereich der HiFi-Technik etwas sagt, weiß genau, was gemeint ist. Mit diesen minimalen Anpassungen erklingt das Headset schnell deutlich luftiger, detaillierter und hinterlässt einen zufriedenstellenden Eindruck. So, wie sich das Headset direkt aus der Box präsentiert, ist die Vorstellung aber eher mau. Ohne Anpassungen dürfte sich kein Spielspaß einstellen und auch die Ortung von Gegnern in Onlinespielen fällt so weniger gut aus.

Das Headset fungiert über den USB-Stick übrigens als eigene Soundkarte, entsprechend können mittels Treiber auch Effekte wie ein Bass-Boost aktiviert werden, um den Klang weiter nach den eigenen Vorstellungen anzupassen. Richtig gut kam im Test übrigens die Reichweite des Headsets an: Die Verbindung war durch die gesamte Wohnung stabil und es kam zu keinen Einbrüchen.

Schwachstelle: Mikrofon

Wie bei nahezu allen Gaming-Headsets, vor allem den kabellosen Exemplaren, ist auch hier das Mikrofon die eindeutige Achillesferse. Der Sound klingt blechern und insgesamt minderwertig. Tatsächlich ist das nicht mal unbedingt dem Preis geschuldet. Ob 50 oder 150 Euro – bei kabellosen Gaming-Headsets klingt das Mikrofon nahezu immer minderwertig. Und auch hier wird nur eine höchstens zweckdienliche Performance dargeboten. Wer damit leben kann, dass seine Stimme nicht wirklich hochauflösend übertragen wird, sondern blechern und verrauscht klingt, kann darüber hinwegsehen. Der Mikrofonarm, welcher an der linken Ohrmuschel befestigt ist, lässt sich ein- und ausklappen sowie das Mikrofon selbst minimal anwinkeln. Da das Mikrofon allerdings mit einer dicken Gummischicht ummantelt ist, fällt die korrekte Positionierung vor den Mund etwas fummelig aus.

Fazit

Für 60 Euro bekommt man mit dem WarCry von Empire Gaming ein nettes, aber nicht vollends überzeugendes Gaming-Headset geboten. Der Klang ist erst nach entsprechender Equalizer-Kalibrierung zu gebrauchen, das Mikrofon klingt schwach und die Verarbeitung ist durch und durch Vollplastik. Dafür überzeugen Akkuleistung sowie die Empfangsqualität, auch die verschiedenen Bedienelemente und das Design gehen in Ordnung. Wer ans Budget denken muss, kann hier einen Versuch wagen.

Bewertung

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Empire Gaming WarCry P-HW1
Preis:
ca. 59 Euro
Features: Lautstärkerad, Wireless-Adapter, Mikrofon, LED-Beleuchtung, 900 mAh Akku
System: Wireless: Sony PlayStation 4, Nintendo Switch, PC; Kabelgebunden: Microsoft XBox One

Autor: Sebastian Narkus
Bildmaterial: Empire Gaming

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