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Beelink GT-King im Test: Android TV-Box als Nvidia Shield Killer?

Ganz groß in Sachen Gaming & Emulation

Bei der durchaus potenten Hardware dürfte es niemanden verwundern, dass alle Retro-Systeme bis 16-Bit (NES, SNES, Mega Drive etc.) absolut mühelos und perfekt emuliert werden. Auch Arcade-Spiele, Neo-Geo- und MAME-Titel laufen über entsprechende Emulatoren reibungslos. Da 2D-Grafiken die Hardware also eher zum Gähnen bringen, wollen wir unseren Fokus auf 3D-Spiele und Emulation bis zur 128-Bit-Ära lenken.

Schauen wir uns Segas Dreamcast an, lässt das Gerät schon eindrucksvoll die Muskeln spielen. Mittels Redream-Emulator wurden Spiele wie „Jet Set Radio“, „Soul Calibur“, „Tony Hawk’s Pro Skater 2“, „Shenmue“ und „Power Stone“ getestet. Alles lief makellos und auf durchweg stabilen 60 FPS. Der XBox-One-Controller wurde automatisch erkannt und bereits korrekt vorkonfiguriert. Besser geht’s nicht.

Akkurate Optik bei stabilen 60 FPS: Für Retro-Liebhaber wird eine tolle Leistung geboten (Bild: „Soul Calibur“, Sega Dreamcast)

Die Sony PlayStation mit ihren betagten 32-Bit langweilt das System dann völlig. Egal ob „Crash Bandicoot“, „Soul Blade“, „Need For Speed: Hot Pursuit“ oder „Tekken 3“ – die Emulation ist stets makellos. Sonys PSP wird ebenso gut emuliert, auch wenn die Ergebnisse hier stark variieren. Liefen „Tekken: Dark Resurrection“, „Loco Roco“ und „NBA 2005“ nahezu butterweich, so mussten bei anderen Titeln leichte Einbußen verzeichnet werden. Sehr aufwändige Spiele wie „God of War“ bringen auch dieses System ins Schwitzen. Kein Wunder, gilt der Titel doch als einer der am schwierigsten zu emulierenden Games.  Insgesamt ist die PSP-Performance aber gut und kann notfalls durch Anpassen der Settings optimiert werden. Je nach Titel war auch ein Upscaling von 2x und mehr bei 60 FPS möglich.

Das Nintendo 64 hinterließ ebenfalls einen guten Eindruck. Titel wie „Super Mario 64“, „Mario Kart 64“ oder „Diddy Kong Racing“ liefen sehr stabil und wurden sauber emuliert. Bei den üblichen Verdächtigen wie „Goldeneye“ und „Conker’s Bad Fur Day“ kam es zu den gewohnten Framedrops, wie es schon auf der Original-Hardware der Fall war. Diese Titel sind allgemein schwierig zu emulieren.

Schauen wir uns zuletzt noch native Android-Games an. Titel wie „Grand Theft Auto: Vice City Stories“, „Crazy Taxi“, „Real Racing 3“ oder auch „Asphalt“ liefen sehr stabil und äußerst flüssig. Größere Ruckler oder sonstige Probleme traten nicht auf. „PUBG“ ist auf höchsten Einstellungen gut spielbar, auch wenn die FPS nicht kontinuierlich bei 60 Bildern liegen. Wahlweise können hier andere Grafik-Presets zum Erfolg führen. Aktuelle Android-Titel sind mit dem GT-King insgesamt überhaupt kein Problem. Da können weder Amazons Fire Stick noch andere Vertreter im mittleren Preissegment mithalten.

Info: Die beliebten Emu-Frontends DIG und RetroArch arbeiteten problemlos. Entsprechende Android-Versionen findet man im Play Store.

Benchmarks

Für weitere Testergebnisse sollte eigentlich der beliebte AnTuTu-Benchmark zum Einsatz kommen, doch leider brach die Software beim 3D-Test „Terracotta“ immer wieder ab. Andere Tester konnten Ergebnisse um die 110.000 Punkte erzielen. Da wir in diesem Test mit eigenen Ergebnissen arbeiten wollen, weichen wir auf 3DMark und PCMark aus. Im „Sling Shot Extreme“-Test von 3DMark kommt die TV-Box auf 1.152 Punkte und ist damit performanter als 37 Prozent aller getesteten Geräte. Die weniger extreme Version von „Sling Shot“ lässt den GT-King dann 1.551 Punkte erreichen und damit übertrumpft die Hardware sogar 63 Prozent aller Testergebnisse. Nvidias Shield TV liegt hier mit rund 4.700 Punkten allerdings unerreichbar weit vorne. Im CPU-orientierten Benchmark „Work 2.0“ von PCMark werden dann respektable 6.072 Punkte erzielt. Zum Vergleich: Amazons 4K Fire Stick 3 erreicht 3880 Punkte und arbeitet damit rund 40 Prozent langsamer.

Die Ergebnisse in Bildern:

Streaming & Multimedia

Zunächst das Positive: MKV und sonstige Videoformate können bis 4K und 60 FPS ruckelfrei wiedergegeben werden. HDR-Material ist ebenso kompatibel. Das Anschließen einer externen USB-Festplatte sowie normaler USB-Sticks funktionierte schnell und problemlos. Auch der Betrieb mit der beliebten Software KODI verlief reibungslos. Die YouTube-Version aus dem Android-Store, welche hier installiert werden kann, gibt Videos bis 1080p und auch in HDR wieder. Das Surfen im Internet sowie die Bedienung des Browsers gehen flüssig von der Hand. Wer den Standard-Browser nicht mag, kann Chrome, Opera und co. nachrüsten.

Das waren allerdings schon die positiven Aspekte in dieser Disziplin. Leider schwächelt der GT-King absurderweise gerade beim Streaming. Die Apps von Netflix und Amazon Prime müssen über den Beelink-App-Markt geladen werden, die regulären Varianten aus dem Play Store scheinen nicht kompatibel zu sein. Nach der Installation liegt das Material auf Netflix und Amazon Prime nur in SD Qualität vor. Das mag für die interessant sein, welche z. B. auf Netflix den Standard-Tarif gebucht haben, alle anderen schauen qualitativ dafür in die Röhre. Wer Streaming in HD oder 4K möchte, der wird mit diesem Gerät noch nicht glücklich. Entsprechende Ausweichmöglichkeiten gibt es bereits ab 30€, dann aber ohne überzeugende Gaming-Leistung. Ob über offizielle oder inoffizielle Firmware-Updates ein entsprechender Support gegeben werden kann, ist aktuell unklar.

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