Gastartikel

Gastartikel: nuR noch Nubert – Ein Langzeittest mit der „nuLine 264“ aus dem Hause „Nubert“

Ein Gastartikel von Tom R.

Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich, einen kleinen Schritt in die sogenannte Welt des „High-Ends“ zu wagen. Der Name „Nubert“ – ein deutsches Unternehmen aus Schwäbisch Gmünd – fand bei meiner Recherche immer wieder Erwähnung. Zahllose „Testsiege“ auf unterschiedlichsten Seiten und in Magazinen hatten die Lautsprecher aus dem Hause Nubert bereits zu verzeichnen. Irgendwann war dann mein Interesse geweckt.

Ich bin generell kein Freund von „Billigprodukten“ (in allen möglichen Bereichen), da diese für mich im Grunde nur Arbeitskrafts- und Ressourcenverschwendung darstellen. Auch verwende ich ein Gerät lieber 15 Jahre, als mir alle drei bis fünf Jahre ein neues anschaffen zu müssen. Nun aber zu meinen Erfahrungen mit den Nubert-Standlautsprechern.

Bestellung/Lieferung:

Die Bestellung wurde direkt über Nubert veranlaßt. Die Lieferung erfolgte schnell und traf innerhalb von drei Werktagen bei mir ein.

Verpackung:

Zwei äußerst stabile, innen aufwendig gepolsterte, einzeln rund 28 kg schwere Pakete, die die Ware zuverlässig schützen.

Lieferumfang:

– Bedienungsanleitung
– Metallabdeckung
– Traversenfüße
– vier Meter Lautsprecherkabel 2 x 0,75 mm² (als „Behelfskabel“ für Testzwecke gedacht)

Aufbau:

Laut Anleitung werden, aufgrund des hohen Gewichts, für den Aufbau zwei Personen empfohlen. Ich habe es aber auch alleine hinbekommen. Die Lautsprecher einfach mitsamt der Schutzpolster seitlich aus dem Karton ziehen, Standfüße dranschrauben, vorsichtig aufrichten, ausrichten, anschließen und fertig.

Verarbeitungsqualität:

Diese ist bei den Standlautsprechern hervorragend. Es findet sich optisch wie haptisch kein einziges Teil an den Lautsprechern (in meinem Fall Echtholz-Nußbaumfurnier), das in irgendeiner Weise billig oder gar minderwertig wirkt. Dieser Eindruck macht auch vor den, zum Boden hin gedämpften, Standfüßen und selbst bei den Schrauben nicht halt. Beide Standfußpaare (ein Paar pro Lautsprecher) bringen zusammen rund 2 kg auf die Waage. Die Schrauben lassen sich leichtgängig und selbst mit bloßen Fingern in das Gewinde hineindrehen, ohne zu verkanten oder zu klemmen. Hier wurde nirgends gespart, alles wirkt sehr wertig. Das hohe Gewicht der Lautsprecher von ca. 21 kg pro Stück und die vergoldeten Anschlüsse am Terminal tun ihr Übriges, den hochwertigen Eindruck noch zu untermauern. Man merkt deutlich, daß man sich mit dem Produkt schon im Premium-Bereich bewegt. Einen kleinen Kritikpunkt hab ich aber doch, was die Schutzgitter, bzw. die Steckverbindung zwischen Lautsprecher und Gitter angeht. Sind diese einmal angebracht, lassen sie sich nur noch sehr schwer wieder entfernen, da beim Einstecken der Stifte, in die vorgesehenen Öffnungen, jegliche Luft aus den selbigen gedrückt wird und somit ein Unterdruck entsteht. Die Gitter „saugen“ sich sozusagen fest und lassen sich nun nur noch mit erhöhtem Kraftaufwand wieder entfernen. Hierbei kommt durchaus die Sorge auf, die Lautsprecher oder die Gitter dabei versehentlich zu beschädigen.

Klang:

Der Ton wird kristallklar und sehr detailliert wiedergegeben, sodaß man einzelne und auch unterschiedlich laute Instrumente deutlich heraushören kann. Das Klangbild bleibt auch bei unterschiedlichen Lautstärken harmonisch und gut ausbalanciert. Dem Claim „Ehrliche Lautsprecher“ werden diese Standlautsprecher definitiv gerecht, denn nichts wirkte bei der Wiedergabe der Hoch- und Mitteltöne verzerrt oder im Tieftonbereich übertrieben baßintensiv.

Bei der Wiedergabe von Filmen (getestet im 5.0 Heimkinosystem) fiel mir dann doch die beeindruckend kräftige aber dennoch nicht zu aufdringliche Baßwiedergabe der Lautsprecher auf. Einen kräftigen Subwoofer ersetzen die Standlautsprecher hier zwar nicht ganz, zeigen aber trotzdem eindrucksvoll, was in ihnen steckt. Wie auf dem beigefügten Foto zu sehen, verfügen die Lautsprecher über je zwei Schalter, mit denen sich Höhen und Bässe anpassen lassen. Bei meinen Klangtests habe ich stets die Standardeinstellung „neutral“ verwendet, damit ich mir einen „unverfälschten“ Eindruck machen konnte.

Fazit:

Die Nubert „nuLine 264“-Standlautsprecher überzeugten mich in allen Bereichen. Sie bieten dem Verwender ein klares, detailliertes, sehr präzises Klangbild und warten mit einer herausragenden Verarbeitungsqualität auf, die keine Wünsche offen läßt. Die sich „festsaugenden“ Steckverbindungen der Schutzgitter sind mein einziger kleiner „Kritikpunkt“, dieser fällt für mich – in Anbetracht der ansonsten tadellosen Gesamtqualität – aber nicht weiter ins Gewicht. Außerdem nehme ich die Gitter sowieso nicht ständig ab.

Insgesamt bieten die Standlautsprecher ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und lassen sich uneingeschränkt empfehlen. Das schlechte Gewissen ob des geschundenen Geldbeutels vergeht rasch an der Begeisterung, die diese Lautsprecher Alltag auszulösen vermögen. Mit ihrem exzellenten Klang- und Erscheinungsbild, vereint in wohnzimmertauglichen Maßen, überzeugt die „nuLine“ auf ganzer Linie. Wer Wert auf echte Qualität „Made in Germany“ legt, und dabei nicht Gefahr laufen möchte, blutleeren Werbefloskeln auf den Leim zu gehen, sollte hier zugreifen. Zumindest aber das Angebot wahrnehmen, die Lautsprecher vier Wochen zu testen, da Nubert dem interessierten Käufer ein 30-tägiges Rückgaberecht gewährt.

Nicht unerwähnt sollten, meiner Meinung nach, aber noch die zusätzlich berechneten Versandkosten von satten 11,78 € pro Lautsprecher bleiben. Jetzt kann man natürlich argumentieren, daß, wer 785 € für einen Lautsprecher ausgibt, dem können die Versandkosten doch egal sein. Dem entgegne ich: Gerade wer schon ernsthaft überlegt, so viel Geld ausgeben, der würde sich über einen Mindestbestellwert, ab dem der Versand kostenlos angeboten wird, sicher freuen. So blieben die hohen Versandkosten für mich der einzige Kritikpunkt am Ausflug in die Welt des Herrn Nubert.

Ich habe die Lautsprecher jetzt knapp drei Jahre in Betrieb und meine Begeisterung für dieses Produkt ist ungetrübt. Alles funktioniert wie am ersten Tag. Die Investition hat sich für mich definitiv gelohnt.

Bewertung:

5 Sterne

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Technische Daten laut Nuberts Webseite:

HiFi-Standlautsprecher, Drei-Wege-Bassreflexsystem
Bestückung:
1x Hochtöner mit 26 mm Seidengewebekalotte
1x 123 mm Mitteltöner mit Glasfaser-Flachmembran
3x 123 mm Longstroke-Tieftöner mit Polypropylenmembran
Impedanz: 4 Ohm
Frequenzgang (± 3 dB):
35 – 23.000 Hz
31 – 23.000 Hz (mit ATM)
Wirkungsgrad (1 W / 1 m): 84,5 dB
Nennbelastbarkeit: 180 Watt (nach DIN EN 60268-5, 300 Std.-Test)
Musikbelastbarkeit: 260 Watt
Absicherung: Hoch-, Mittel-, Tieftöner und Weiche gegen Überlastung geschützt (selbstrückstellende Sicherungen)
Gesamt-Abmessungen:
H: 97 / 100,5 cm (ohne / mit Füßen)
B: 15 / 21,5 cm (ohne / mit Füßen)
T: 27 / 28,5 cm (ohne / mit Gitter)
Ausführungen:
Mehrschichtlack in Weiß mit Gitter in Weiß
Mehrschichtlack in Schwarz mit Gitter in Schwarz
Echtholzfurnier in Nussbaum mit Gitter in Schwarz
Gewicht: 21 kg
Verpackung: 111 cm x 27 cm x 40,5 cm (einzeln verpackt)

Für meine Tests verwendet wurden:

– Film:
DVD: „The Dark Knight“
BD: „Der Hobbit“ [Teil 3]

– Musik:
Vinyl:
– HammerFall – „Crimson Thunder“
– Powerwolf – „Blood of the Saints“

CD:
– Laibach – „Volk“

HDCD:
– Mike Oldfield – „Amarok“

BD:
– ASP- „Von Zaubererbrüdern – Live und unplugged“
– „Die 9 Sinfonien von Beethoven“ (Audio-BD, 2.0 PCM 24bit/96kHz)
– „J. S. Bach – Die Brandenburgischen Konzerte 1-6“ (Audio-BD, 2.0 PCM 24bit/192kHz)

System/Daten/Sonstiges:

– Testraum: 25 m²
– 5.1-System: Teufel „Consono 25“ (beide Frontlautsprecher durch Nubert „nuLine 264“ ersetzt, Subwoofer ausgeschaltet)
– AV-Reciver: Pioneer „VSX-421“ (im „Pure-Direct-Modus“ = ohne interne Klangregulierung)
– Plattenspieler: Audio-Technica „AT-LP-120-USB“
– CD-Spieler: „Sony – X555ES“ (mit optischem Kabel verbunden – „Toslink optisches Digital-Audiokabel PRO Series“)
– BD-Player: Samsung „BD-D5100“
– Kabel: „DCSk HiFi Lautsprecherkabel“ – 2×4 mm² (0,10mm Vollkupfer)
– Stecker: „Nakamichi“-Bananenstecker – 24K vergoldet

Foto

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