TechCheck, [Produkttest]

Die 80er haben angerufen: „Koss Porta Pro“ im TechCheck

Erstveröffentlichung am 13. November 2014 auf Amazon

Nachdem ich vom „Koss Porta Pro KTC“ sehr angetan war, habe ich noch die Standardversion bestellt. Der ausgezeichnete Eindruck ist geblieben. Schauen wir doch nochmal auf die gewohnten Qualitäten dieser Kult-Kopfhörer.

Mit welcher Musik habe ich getestet?

u. a.:

AC/DC – Flick of the Switch (komplettes Album)
Chris Rea – Road To Hell
Depeche Mode – Welcome To My World
Dire Straits – Lady Writer
Dredd OST
Electric Light Orchestra – Four Little Diamonds
Gorillaz – Dirty Harry
Grand Theft Auto V OST (diverse Songs, quer durch alle Stilrichtungen)
Kavinsky – ProtoVision
Neil Young – Old Man
Nine Inch Nails – Came Back Haunted
Phil Collins – I Don’t Care Anymore
Rob Zombie – Venemous Rat Regeneration Vendor (komplettes Album)
The Who – Baba O’Riley
The Who – Won’t Get Fooled Again

Größtenteils habe ich also Classic-Rock gehört, hier und da aber auch ein bisschen elektronische Musik. Die Musik wurde mit dem SanDisk Sansa Clip Zip abgespielt. Bei der Musik handelte es sich um MP3s von 192kb/s bis 320 kb/s, also das, was heute so Standard ist.

Verpackung und Lieferumfang:

Im Gegensatz zu früheren Versionen des Porta Pro wird dieser „Porta Pro Classic“ nicht mehr in einer normalen Blisterverpackung verschickt, sondern in einem schicken schwarzen Karton. In diesem schlummert der Kopfhörer und eine Kunstledertasche in einer Plastikschale. Des Weiteren gibt es einen Garantiezettel und Sicherheitsinformationen. Früher wurde noch ein 3,5mm auf 6,3mm Klinkenadapter mitgeliefert, dieser ist bei der Classic-Version leider nicht mehr vorhanden.

Qualität und Haptik:

Im ersten Moment macht der „Koss Porta Pro“ einen wirklich wackeligen, fast instabilen Eindruck. Das ist allerdings ein Trugschluss. Nach einiger Zeit verstehe ich den Kommentar eines anderen Users, der die Kopfhörer als Rennrad unter den Kopfhörern bezeichnete. Unnötiges Gewicht gibt es nicht und dementsprechend wird eben leichtes Plastik und dünnes Aluminium verwendet. Trotzdem: Einen besonders stabilen Eindruck will der Kopfhörer einfach nicht machen. Dieser Eindruck verstärkte sich bei mir, weil z. B. auch die Regler für die „Comfort Zone“ eher schlecht als Recht wieder in ihre Ausgangsstellung zurückschnappen, wenn man den Kopfhörer absetzt. Das klemmte mehrfach. Vielleicht der einzige, echte Kritikpunkt. Der Klinkenstecker ist im Vergleich zu früheren Versionen nun leicht angewinkelt, was Kabelbruch vorbeugen soll. Die dünnen Stoffpolster sind nicht unbedingt schön, muten aber, wie der restliche Kopfhörer, klassisch an. Man kann sich darüber streiten, ob das seit den 80ern unveränderte Design der sonstigen, technischen Zeitlosigkeit zugute kommt. Ein bisschen moderner dürfte es schon sein, denn wohl niemand würde dem „Koss Porta Pro“ optisch zutrauen, dass der Sound Bäume ausreißt.

Die beigelegte Tragetasche ist übrigens in schwarzer Lederoptik gehalten und trägt den Koss-Schriftzug. Anfangs war ich tatsächlich zu doof, um den Kopfhörer dort eingeklappt reinzubekommen. Nachdem ich endlich geschnallt hatte, dass sich der Porta Pro mit Haken und Öse noch weiter zusammenklappen bzw. zusammenführen lassen, war ich zufrieden. So kann der Kopfhörer ganz einfach in der Tasche mitgeführt werden.

Tragekomfort:

Wow. Alle Vorschusslorbeeren waren berechtigt. Hat man den Kopfhörer aufgesetzt, machen sich die leichten Materialien wirklich bemerkbar. Es drückt nichts und nach wenigen Sekunden kommt sofort das Gefühl, bei dem man vergisst, dass man die Dinger überhaupt trägt. Das ist wirklich ein riesiger Pluspunkt. Durch die Schalter der „Comfort Zone“ kann man außerdem noch die Winkel und den Druck der „Ohrmuscheln“ an sich einstellen. Während z. B. die Seitenpolster in der Stellung „Firm“ fast unspürbar sind, dafür aber die Ohrmuscheln, drücken die Polster auf „Light“ ein wenig auf die Schläfen, während die Ohrmuscheln entlastet werden. Die Einstellung „Light“ gibt dem Kopfhörer durch den Schläfendruck besseren Halt. Dies dürfte sich bei sportlichen Aktivitäten sicherlich auszahlen. Die stoffummantelten Ohrmuscheln sind zwar immer noch nicht hochqualitativ, aber dafür wirklich bequem. Wer diese partout nicht mag, kann sich diverse Kunstlederummantelungen oder sonstige Polster für den Porta Pro bestellen. Da ich Hut- und Mützenträger bin, ist die extrem dünne Bauweise des Tragebügels übrigens wirklich sehr entgegenkommend. So kann ich noch über dem Bügel locker ein „Flatcap“ tragen. Ausgezeichnet.

Sound:

Beim Sound wird von den „Koss Porta Pro“ ja immer geschwärmt und ich kann durchaus verstehen, wieso. In der Preisklasse ist das Hören auf jeden Fall ein richtiger Genuss. Die Wiedergabe ist hochauflösend, detailreich, kaschiert aber auch den ein oder anderen Makel, welcher im Musikstück selbst verankert ist. So ist z. B. das Grundrauschen von Neil Youngs „Old Man“ (von der CD „Decade“) dezenter, als beispielsweise beim „Noontec Zoro HD“, der wirklich schonungslos ehrlich ist. Das Klangerlebnis würde ich insgesamt als überraschend neutral bezeichnen, nachdem sonst immer zu lesen war, wie bassverliebt der Kopfhörer sei. Ich bin wirklich kein Bassfetischist und ziemlich sensibel, aber hier ist für meine Ohren alles im Lot. Der Bass dominiert nur bei den Stücken, in denen er es auch soll, so z. B. bei Depeche Mode, bei dem die Bässe tiefer geht, als ich dem Ganzen zugetraut hätte. Trotzdem glaube ich einfach nicht, dass Bassfreaks hier völlig auf ihre Kosten kommen werden… Mir ist es aber egal. Auch bei hohen Lautstärken übersteuert der Kopfhörer nicht. Abschließend würde ich den Sound als sehr ausgewogen und knackig scharf bezeichnen. Wenn es um die Abschirmung des Sounds geht, macht der Hörer eine weniger gute Figur. Außengeräusche kann man deutlich wahrnehmen und die Sitznachbarn im Bus dürften sich freuen, weil sie wirklich immer ganz genau wissen, was man hört. Das muss man sich vorher klarmachen. In einer Welt, in der manche Leute die öffentlichen Verkehrsmittel mit ihrer Handymusik beschallen, ist das allerdings das kleinere Übel.

Fazit:

Ja, es stimmt: In dem Preissegment findet man kaum eine bessere Mischung aus Tragekomfort und Tonqualität. Der Sound ist detailreich, ausgewogen und kaschiert auch ein wenig eventuelle Schwächen des Ausgangsmaterials. Der Bass ist fähig, aber nicht überdimensioniert, wie ich zunächst befürchtet hatte. Im Zusammenspiel mit der ausgezeichneten Soundqualität sowie dem Preis ist der Tragekomfort wirklich noch das Tüpfelchen auf dem i. Diese Mischung alleine ist mir fünf Sterne wert. Einen halben Stern müsste ich theoretisch abziehen, da die Abschirmung mäßig und Anfassqualität nicht berauschend ist, aber da es keine halben Sterne gibt und vier Sterne zu wenig sind, vergebe ich die volle Punktzahl.

Bewertung:

5 Sterne

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5 Gedanken zu „Die 80er haben angerufen: „Koss Porta Pro“ im TechCheck“

  1. Hey!
    Danke für den Tipp, ich wollte mir demnächst mal Kopfhörer besorgen.
    Wenn ich die richtigen bei Amazon raus gesucht habe kosten sie sogar nur 40€.
    Mich reizt ja auch, dass sie in einer schönen Box kommen :)

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

    1. Genau, die kosten gerade um die 40€. Ich hab meine seit über drei Jahren. Von den Ohrpolstern abgesehen, die man einfach nachkaufen kann, ist der Kopfhörer immer noch in einem guten Zustand.

      Die Box, in der ich meine damals bekommen habe, war auf jeden Fall schicker, als dieses transparente Kunststoffgefängnis, wo man erstmal einen Lötkolben braucht, um es zu öffnen. ^^

      Grüße
      Sebastian

      Gefällt 1 Person

      1. Ich hab mir mit diesen Blisterverpackungen schonmal die Hand aufgeschnitten, weil ich die Packung gierig mit nem Messer aufmachen wollte und mich dann an der scharfen Plastikkante von der Verpackung geschnitten habe. xD Das Zeug geht als Massenvernichtungswaffe durch.

        Gefällt 1 Person

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