[Artikel], [Kino-News]

„Rambo 5“: Mexikaner, Monster & #MeToo

Sylvester Stallone erinnert manchmal etwas an Quentin Tarantino. Beide gehen ihre Projekte mit einer großen Leidenschaft an, die sie etwas den Blick für ein gutes Organisationsvermögen verlieren lässt. Die Visionen sind dann meist größer als eine realistische Betrachtungsweise. So kündigte Tarantino über die Laufzeit seiner illustren Karriere durchaus einige Projekte an, die nicht über die reine Vorstellungskraft hinauskamen. Filme wie „The Vega Brothers“ oder gar einen Kriegsfilm mit Schwarzenegger & Stallone konnte der gute Quentin leider nicht verwirklichen. Ebenso warten die Fans bis heute geduldig auf „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“. Sly hingegen machte seinen Fans bereits vor gut einem Jahrzehnt den Mund wässrig, als er kurz nach dem Kinostart des vierten Rambo-Spektakels eine weitere Fortsetzung versprach.

Im Laufe der Jahre sind allerlei Scripts und Drehbuchideen entstanden. Bodenständige und teilweise sehr abstruse Geschichten wurden gesponnen. Zunächst sollte es Rambo mit mexikanischen Drogenkartellen zu tun bekommen. Danach geisterte eine Script-Idee durch das Netz, die Rambo in den Kampf gegen ein genetisch verändertes Militärexperiment schicken sollte. Eine Monsterhatz, die mehr an „Predator“ als an „Rambo“ erinnerte. Vor wenigen Jahren sollte er es dann sogar mit dem Islamischen Staat aufnehmen. Ein Jahrzehnt voller Ideen verging, nur, um am Ende wieder zum Anfang zurückzukehren.

Millennium Films („John Rambo“, „The Expendables 1-3“) stehen nun vor der finanziellen Einfädelung von „Rambo V“. Die Geschichte soll jetzt von Rambo handeln, der ein einfaches Leben als Farmer auf der Ranch seines Vaters in Arizona führt. Dieses Leben wird jedoch bald zur Nebensache, als die Tochter eines Freundes von einem mexikanischen Kartell entführt und verschleppt wird.

Das klingt nicht nur nach einem Film, in dem Charles Bronson brilliert hätte, sondern ist in Hinblick auf die Politik von Donald Trump auch ein herrlich bescheuertes, reaktionäres Konzept, wie wir es seit den 80ern kaum noch serviert bekommen haben. Einen hintergründigen Einblick in die Materie, wie sie „Traffic – Macht des Kartells“ oder in Ansätzen auch „Sicario“ wagten, ist hier natürlich nicht zu erwarten. Gefilmt werden soll diesen September. Das könnte problematisch werden, hat doch Randy Couture noch Anfang März verkündet, dass die Dreharbeiten von „The Expendables 4“ im August beginnen sollen.

Nun kann man darüber spekulieren, ob beide Filme passieren werden, wie groß die Rolle von Sly in „Expendables 4“ ausfallen wird oder ob er wie versprochen überhaupt nochmal in die Rolle von Barney Ross schlüpfen wird. Auf Stallones alte Tage scheint er sich immer mehr zu übernehmen. Wer die Produktionsprobleme um die Expendables-Reihe und das magere Einspielergebnis des dritten Teils kennt, der weiß, dass die Zukunft der Franchise sehr unsicher ist. Was hingegen sicher scheint, ist die Tatsache, dass Terry Crews nicht im vierten Actionabenteuer der Entbehrlichen dabei sein wird. Er wurde schlicht vorab nicht angefragt. Das mutet zynisch an, beschuldigt er doch Slys Agenten, Adam Venit, des sexuellen Missbrauchs. Auf Twitter hat sich Crews auch unter #MeToo geäußert. Angeblich habe Avi Lerner von Millennium Films Crews gebeten, die Klage fallen zu lassen im Gegenzug zur Beteiligung am vierten Altherrentreffen der Actionstars…

Bleibt gespannt! Weitere Infos zu „Rambo V“ und „The Expendables 4“ werden folgen.

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