TechCheck, [Produkttest]

Odys Prime Win 10 im Test: Gutes Convertible mit tollem Display

Auf der Suche nach einem preisgünstigen Convertible bin ich auf das Odys Prime Win 10 gestoßen. Für wenige Stunden war das Gerät bei Amazon deutlich reduziert, woraufhin ich zuschlagen musste. Die technischen Spezifikationen versprachen ein recht flottes Tablet mit gutem Display. Ob das tatsächlich der Fall ist, schauen wir uns genauer an.

**Lieferumfang**

Außer dem Tablet und dem Tastaturmodul befinden sich lediglich ein Netzadapter zum Laden des Tablets sowie diverse Werbeflyer im Lieferumfang. Ein sehr knapp bemessener Quickstart-Guide liegt auch bei. Wer das komplette Handbuch möchte, soll eine angegebene Internetadresse besuchen. Dort findet sich tatsächlich aber keine Bedienungsanleitung zum Download. Schade, aber kein Beinbruch. Auf dem Display ist vorab eine Displayschutzfolie aufgetragen. Eine lobenswerte Sache. Schade nur, dass auf dieser Folie unnötige Werbesticker aufgetragen sind, welche man nicht rückstandslos entfernen kann. So bleibt einem nur die Möglichkeit, die Schutzfolie komplett zu entfernen, damit man das Display komplett nutzen kann.

**Verarbeitung und Ersteindruck**

Das Prime Win 10 ist besser verarbeitet als man erwarten würde. Spaltmaße oder Verarbeitungsfehler sind keine auszumachen. Das Tablet liegt dank der gummierten Rückseite griffig in der Hand und macht einen sehr stabilen Eindruck. Unter der Gummierung scheint Aluminium verbaut zu sein, jedenfalls lässt das die Unterseite vermuten. Das Aufstecken auf die Tastatur gelingt schnell und dank der starken Verbindung durch einen Magneten bleibt die Verbindung auch zuverlässig bestehen. Auch die Tastatur macht einen guten Ersteindruck, die Druckpunkte sind angenehm. Insgesamt wirkt das Convertible auf keinen Fall billig, sondern tatsächlich ganz wertig, wenn man den Preis bedenkt. Das Klicken mit dem Touchfeld bedarf aber für meinen Geschmack etwas zu viel Kraft. Linke und rechte Maustaste könnten durchaus leichtgängiger sein. Hier ist mir der Druckpunkt auf beiden Seiten zu schwer. Hat man die Tastatur ans Tablet gedockt, wiegt das Convertible mehr als 1KG. Das ist dann nicht mehr so angenehm, aber immer noch im Rahmen. Die gut verarbeitete Tastatur braucht eben auch ein entsprechendes Gewicht.

**Bedienung**

Das Tablet kann mit einem einfachen Handgriff schnell und unkompliziert in ein Netbook verwandelt werden. Die Tastatur arbeitet ausgezeichnet und ist sehr zuverlässig. Abstriche sehe ich leider beim Touchfeld der Tastatur. Hier muss man manche Befehle hin und wieder zweimal eingeben oder es werden Befehle ausgeführt, die nicht beabsichtigt sind. Dies liegt an der Gestensteuerung, welche es erlaubt, mit bestimmten Fingerbewgungen bestimmte Befehle auszuführen. So kann man mit zwei Fingern den Schriftgrad von Texten oder die Größe von Desktopsymbolen ändern. Das passiert hin und wieder auch aus Versehen. Leider lassen sich diese Gesten nicht deaktivieren, da der Treiber dafür keine Einstellungsmöglichkeit bietet. Hier ist leider kein Touchfeld von Synaptics verbaut, stattdessen ist das Feld als normale Maus installiert. Das ist ein Kritikpunkt. Insgesamt würde ich die Touchfeldbedienung als noch okay bezeichnen, sofern man sich ein wenig eingearbeitet hat. Erfreulicherweise ist die Bedienung des Geräts als Tablet über den Bildschirm deutlich zugänglicher und effektiver. Bis in jede Ecke reagiert das Tablet. Schade nur, dass leichte Fingerberührungen manchmal nicht erkannt werden. Hin und wieder muss man etwas mehr Kraft in die Bedienung mit dem Finger stecken. Das ist Gewöhnungssache.

Die erste Einrichtung von Windows 10 verläuft übrigens sehr angenehm und schnell. Hierbei ist es allerdings ratsam, die erweiterten Einstellungen mit einzubeziehen, um diverse Windows-Features zu deaktivieren, die die eigene Privatsphäre einschränken könnten. Bei der ersten Installation sollte man also die Augen nach diesen Optionen offen halten.

**Display**

Die Bedienung des Displays ist also durchaus gut, doch wie ist die technische und visuelle Qualität des Bildschirms gelungen? Glücklicherweise ausgezeichnet und in Anbetracht des Preises ist das nicht selbstverständlich. Zwar löst das Display nur mit 800p auf, doch dank verbauter IPS-Technologie sind die Farben satt, der Kontrast hervorragend und die Blickwinkelstabilität mehr als gut gelungen. Die Qualität des Displays ist kurzum einer der größten Pluspunkte des Convertibles. Dass der Bildschirm sichtbar spiegelt, stört mich weniger. Hier muss jeder selbst entscheiden, welche Gewichtung dies hat.

**Sound**

Bei allem Lob, welches das Display verdient hat, muss ich die verbauten Lautsprecher rügen. Diese sind nicht nur viel zu leise, sondern qualitativ schwach. Bei hohen Lautstärken, die man aufgrund der niedrigen Basislautstärke braucht, neigen die Lautsprecher zum Scheppern. Dies ist vor allem im Hochtonbereich der Fall. Der Ton ist allgemein sehr dünn und liefert nahezu keine Bässe. Um hin und wieder ein Video zu sehen, ist der Sound aber ausreichend. Für alles andere sollte man gute Kopfhörer verwenden.

**Leistung**

Man muss sich im Klaren sein, dass man mit diesem Gerät nur arbeiten und surfen kann. Da die verbaute Intel CPU gleichzeitig den Grafikkern liefert, welcher keinen dedizierten Arbeitsspeicher aufweist, braucht man an anspruchsvolles 3D-Gaming gar nicht zu denken. Der Grafikchip nimmt sich das, was der Arbeitsspeicher übrig lässt, höchstens aber 256MB RAM. Das ist sehr wenig. Die verbauten 2GB Arbeitsspeicher sind auch etwas mager, reichen aber für normale Tätigkeiten und leichtes Multitasking aus. Hin und wieder muss man einen kleinen Moment Wartezeit mitbringen. Im Großen und Ganzen reagiert das Convertible aber recht fix.

Von den normalen Windows 10 Programmen abgesehen, ist nahezu keine andere Software auf dem Gerät vorinstalliert. Bloatware oder sonstige Werbeprogramme sind daher glücklicherweise nicht zu finden. Das ist nicht selbstverständlich. Das Starten des Tablets bis zum Hochfahren von Windows dauert zwischen 30 und 45 Sekunden. Das ist durchaus in Ordnung. Die verbauten Kameras sind „nice to have“, aber absolut mäßig mit schlechter Auflösung und schwacher Belichtung. Die Frontkamera ist interessanterweise nicht komplett mittig, sondern ein Stückchen weiter links angebracht.

**Akku**

Der Akku leistet 7000 mAh. Damit kann man bei mittlerer Bildschirmhelligkeit zwischen 5 und 7 Stunden arbeiten, schreiben und nebenher ein paar Youtube-Videos schauen. Das Aufladen dauert gute 5 Stunden. Am Anfang war das Gerät bei mir nahezu komplett aufgeladen. Eine nette Sache.

Fazit:

Für einen Einstiegspreis bekommt man ein leistungstechnisch moderates Convertible, das vor allem aber durch sein sehr gutes Display und die Tastatur überzeugt. Abstriche muss man bei den Lautsprechern und dem Touchfeld für die Mausbedienung machen. Wer sich darüber im Klaren ist, kann bedenkenlos zugreifen.

Bewertung:

4 Sterne

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