TechCheck, [Produkttest]

Eine saubere Sache: Bomann TSG 708 Spülmaschine im TechCheck

Gibt es für den Menschen der modernen Zivilisation eigentlich etwas nervigeres, als von Hand abzuwaschen? Wohl kaum. Wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist, verkrustete Teller freizuschrubben oder unzählige Geschirrteile abzutrocknen, muss man sich vorab anschauen, wie die Geschirrberge immer größer werden, sofern man zur Untergattung des faulen Homo sapiens gehört. Die Motivationskurve verhält sich dann umgekehrt proportional zur Höhe des Geschirrturms. Darum war für mich das Spülen von Hand auch einfach keine Dauerlösung. Weil mein Budget klein ist, und ich eh alleine wohne, habe ich mich für den Tischgeschirrspüler TSG 708 von Bomann entschieden, obwohl ich dieser Firma (und der Muttergesellschaft Clatronic) eher skeptisch gegenüberstehe. Gekauft habe ich die Maschine bei Ebay. In dieser Rezension will ich aufklären, wie ein absoluter Novize auf diesem Gebiet mit dem Anschluss des Geräts klarkommt und was der Geschirrspüler wirklich leistet.

**Lieferumfang**

* Spülmaschine TSG 708 von Bomann
* Geschirrkorb
* Besteckkorb
* Zulaufschlauch
* Wasserablaufschlauch (1,5m, fest montiert am Ende des Geräts)
* Bedienungsanleitung Deutsch
* Bedienungsanleitung Englisch

Wie Sie sehen können, fehlt ein Sicherheitszulaufschlauch, auch als Aquastop bekannt. Als Laie, der ich nunmal bin, wusste ich zunächst nicht, was das sein soll. Die Bedienungsanleitung verrät uns freundlicherweise, dass dieser Schlauch unfassbar wichtig ist, da er gegen einen eventuellen Wasserschaden schützt und auch von Versicherungen anerkannt wird. Der eigentliche Zulaufschlauch befindet sich in einem weiteren Schlauch. Sollte der Zulaufschlauch porös werden, oder sonst eine Fehlfunktion auftreten, blockiert ein elektrischer Impuls des oberen Schlauches den Wasserzufluss und hält damit die Wohnung trocken. Diesen Spaß lässt sich Bomann natürlich etwas kosten, weshalb man diesen Schlauch doch bitte Online erwerben soll. Das finde ich etwas schade, schließlich sollte Sicherheit oberste Priorität sein und keine optionale Erweiterung eines Geräts. So einen Schlauch werde ich mir natürlich nachbestellen, aktuell und zu Testzwecken muss es auch erstmal ohne gehen.

**Anschluss**

Ich bin alles andere als talentiert, wenn es um handwerkliche oder sanitäre Tätigkeiten geht, dennoch hat mich das Anschließen dieser Spülmaschine nicht vor Probleme gestellt. Dank Youtube habe ich mir vorher ein entsprechendes Video angeschaut, wie eine Spülmaschine in der Regel anzuschließen ist. Geschaut, getan. Den Zulaufschlauch habe ich an den Kaltwasseranschluss in meiner Küche angeschraubt und den Ablaufschlauch an den Siphon meiner Spüle angeschlossen. Hierfür sollte man sich eine entsprechende Schelle besorgen, damit der Schlauch auch bombenfest sitzt. Danach noch den Netzstecker eingestöpselt und fertig war die ganze Aktion. Wenn man den Wasserzulaufschlauch an den Warmwasseranschluss anschließt, verringert sich die Spühldauer wohl marginal.

**Verarbeitung**

Da dies meine erste Spülmaschine ist, sind meine Erwartungen natürlich klein und keine Vergleichsmöglichkeiten gegeben. Besteckbehälter, Tassenablagen und eben alles, was teilweise aus Kunststoff gefertigt sein darf, ohne Sicherheitsprobleme zu verursachen, ist auch aus Kunststoff gerfertigt bzw. optisch von diesem überzogen. Das stört mich keineswegs und ist bei der absoluten Einsteigsklasse auch nicht anders zu erwarten. Im Inneren finden wir dafür Wände aus Edelstahl. Verarbeitungsfehler oder Lackplatzer habe ich auf dem Gerät nicht finden können. Das obere Terminal, auf dem die Anzeigen abzulesen sind, hat links, oben und rechts vom Gehäuse ungefähr 0,5 – 1,0 cm große Spaltmaße. Das muss aber wohl so sein. Nicht schön, aber hässlig. ;)

**Bedienung**

Nachdem ich mich ein wenig einbelesen hatte, konnte ich den ersten Waschgang durchführen. Statt einem optionalen Klarspüler habe ich einfach einen Tab mit Klarspülfunktion verwendet. Danach habe ich die Spülmaschine geschlossen, den Kaltwasserhahn aufgedreht, das Programm ausgewählt und den Startknopf gedrückt. Alles sehr einfach und selbsterklärend. Die Symbole für die Programme sind von links nach rechts nach Spülintensität angeordnet.

Man sollte übrigens laut Anleitung ausschließlich Tabs verwenden und am besten mit Wasserenthärter, da es kein Salzfach gibt. Alles andere dürfte für den Geschirrspüler nicht gerade zuträglich sein. Laut Bedienungsanleitung kann man einen Spülmaschinentab auch einfach in den Innentraum der Maschine legen. Man muss also nicht unbedingt den entsprechenden Behälter für das Reinigungsmittel verwenden.

Für die Maschine ungeeignet sind u. a. Geschirr aus Holz oder mit Holzelementen, nicht hitzebständiges Kunstsoffgeschirr, Kristallgläser etc. Man sollte sich vorher unbedingt belesen, was man verwenden darf. Für mich als Neuling war die Anleitung dahingehend sehr hilfreich.

**Geräuschentwicklung**

Hier kann ich absolut nichts bemängeln. Sicherlich gibt es noch ruhigere Geräte, für mich ist die Lautstärke aber mehr als erträglich. Mehr als einem konstanten Wasserspritzgeräusch sowie das Drehen des Wasserarms ist nicht zu hören. Bei der schwachen Geräuschentwicklung kann man auch nachts problemlos abwaschen. Im Wohnzimmer höre ich nichts von der Spülmaschine, wenn ich die Tür schließe. Am Ende eines Spülgangs verkündet ein sich wiederholender Piepton, dass das Geschirr nun ausgeladen werden kann. DIeses Geräusch ist natürlich laut, ohne ohrenbetäubend zu sein.

**Spülleistung**

Für meinen ersten Versuch habe ich mäßig verschmutztes Geschirr ausgewählt: wenige Teller, ein paar Gläser und Tassen sowie Besteck mit hitzebeständigen Kunststoffgriffen. Dazu habe ich noch einen kleinen Soßentopf reingestellt, alles natürlich mit der Öffnung nach unten. Ich habe den 90 Minuten Waschgang ausgewählt. Nach dem Spülgang habe ich noch rund 10 Minuten gewartet, damit das Geschirr abkühlen konnte. Das Geschirr war insgesamt wirklich sauber geworden. Eine Tasse und eine Schüssel waren noch feucht, weil ich diese falsch eingeräumt hatte. Ansonsten ist mir nichts negatives aufgefallen.

Später am Abend habe ich noch den Ecomodus ausprobiert, der mit 180 Minuten das längste Spülprogramm darstellt. Gefühlt wird die letzte Stunde nur für das Trocknen des Geschirrs verwendet, Spülgeräusche waren jedenfalls nahezu keine mehr wahrzunehmen. Dementsprechend war das Geschirr (Kunststoffschüsseln, Besteck, Schalen, eine Pfanne) auch absolut trocken und sauber. Verwunderlich war allerdings die Tatsache, dass nach drei Stunden kein akustisches Signal von der Spülmaschine zu hören war. Dies könnte damit zu tun haben, dass ich die Maschine innerhalb der letzten Stunde ein Mal geöffnet habe, um zu sehen, ob sich vielleicht der Spülarm irgendwo eingeklemmt hat, denn die Maschine ist zum Ende hin eben absolut ruhig gewesen. Vielleicht hat sich nach dem Öffnen der Timer wieder zurückgesetzt. Ich werde das weiter im Auge behalten. Ein wirklicher Nachteil ist damit allerdings für mich nicht entstanden.

**Features**

Trotz des kleinen Preises, gibt es einige nette und vor allem praktische Eigenschaften zu berichten. So gibt es z. B. eine Leuchtdiode, die abbildet, wie der Füllstand des Klarspülers aussieht. DIesen kann man im Inneren, genau neben dem entsprechenden Behälter, einsehen. So kann man ganz einfach ablesen, wann es Zeit wird, den Klarspüler wieder aufzufüllen. Die Zugabemenge des Klarspülers lässt sich darüber hinaus auch mit einem eigenen Regler einstellen, falls man mit dem Spül- und Trockenergebnis unzufrieden ist.

Die Beladungsgrenze von sechs Gedecken ist für einen Singlehaushalt mehr als ausreichend. So kann man auch mal Geschirr über mehrere Tage sammeln und muss nicht gleich alle paar Tage die Spülmaschine einschalten.

Es gibt fünf verschiedene Spülprogramme. Das kürzeste arbeitet nur 15 Minuten und ist nur zur Vorwäsche gedacht, falls man den eigentlichen Spülvorgang später am Tag durchführen will. Der normale Spülgang dauert 120 Minuten. Beim Eco-Modus wird zwar drei Stunden lang gespült, dafür aber bei nur 50 Grad im Hauptspülgang. Normalerweise sind es 60 Grad. Die Bedienungsanleitung spricht auf einer Seite übrigens von sechs verschiedenen Spülprogrammen, verrät allerdings nicht, welches das mysteriöse sechste Programm sein soll. Das kümmert mich nicht, ich bin mit den vorhanden Programmen mehr als zufrieden.

Wer nicht möchte, dass der Spülvorgang sofort startet, kann einen entsprechenden Knopf drücken, um einen verzögerten Start (nach 2, 4, 6 oder 8 Stunden) zu erwirken. Wofür man diese Timerfunktion benötigt, erschließt sich mir nicht ganz, aber wenn ich es herausfinde, weil ich es plötzlich wirklich brauche, ist es gut, die Möglichkeit zu haben. ;)

Ein Speisefilter hält Essensreste vom Abfluss fern. Diesen muss man natürlich bei Notwendigkeit reinigen. Wie dies funktioniert, wird glücklicherweise in der Bedienungsanleitung erläutert. Das ganze ist nicht schwieriger, als das Reinigen eines Staubsaugerfilters. Die Sprüharme lassen sich übrigens abnehmen und auch reinigen, falls diese z. B. von Kalk verschmutzt sind.

Fazit:

Mit diesem Geschirrspüler bin ich voll zufrieden. Die Spülleistung und Features sind mehr als ordentlich, vor allem in Anbetracht des Preises. Die Reinigung/Wartung des Geräts ist darüber hinaus mehr als einfach. Der Anschluss des Geräts war für mich als Laie problemlos zu bewerkstelligen. Die Verarbeitung ist natürlich dem Preis angemessen und reich an Kunststoff, aber für mich absolut kein Ärgernis. Ich suche immer noch nach wirklich gewichtigen Kritikpunkten, aber in diesem Fall kann ich einfach keine finden. Von daher vergebe ich ganz klar die volle Punktzahl. Sollten sich im weiteren Betrieb bestimmte Mängel bemerkbar machen, werde ich die Rezension entsprechend ergänzen.

Bewertung:

5 Sterne
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